2003 Rückblick, ich befand mich in der direkten Vorbereitung zur Triathlon Weltmeisterschaft, die auf Ibiza stattfinden sollte. Nachdem ich im Jahr 2002 Zweiter in Roth und Zweiter beim Ironman Florida wurde, bin ich sehr motiviert und optimistisch an diese Vorbereitung herangegangen. Mein Ziel war klar, ich wollte Weltmeister werden. Mit diesem Titel wollte ich meine Karriere als Sportler beenden und mich voll und ganz auf meinen beruflichem Werdegang konzentrieren. Doch wie so oft im Leben ist nicht alles so umsetzbar, wie man es sich vornimmt. Durch mein erhöhtes Laufpensum zog ich mir eine Schleimbeutelentzündung unter meiner Achillessehne zu. Eigentlich keine große Sache - da ich aber eine schnelle Lösung wollte und die konservativen Behandlungen keinen Erfolg versprachen, entschloss ich mich zu einer Operation. Was für ein Fehler!!! Am 1. April 2003 wurde mir der Schleimbeutel athroskopisch entfernt und von diesem Tage an sollte nichts mehr so sein wie zuvor. Trotz positiver Diagnose hörten die Schmerzen nach der Operation nicht auf. Im Oktober des selben Jahres musste ich nachoperiert werden und drei Monate später kam es sogar zu einer Notoperation, bei der von einem anderen Arzt festgestellt wurde, dass meine komplette Achillessehne von meiner Ferse abgelöst war und außerdem ein Großteil meines Fersenbeinknochens fehlte. Als ich dies hörte, konnte ich es gar nicht glauben und vor allem nicht verstehen. Aber die Diagnose war von diesem Tag an klar. Nie mehr Sport!! Durch mehrere Entzündungen musste mein Fuß über einen Zeitraum von zwei als Jahren mehrmals nachoperiert werden und meine Sehne konnte nur durch zwei Titanschrauben an meiner Ferse wieder fixiert werden.
Auch mir wurde aufgrund der Diagnose und der Bilder klar, dass ich meine Karriere als Profisportler an den Nagel hängen musste. Aber so ganz ohne Sport wollte ich auch nicht leben. Nach zwei Jahren des sportlichen “Nichtstuns” fing ich wieder an Rad zu fahren, ging schwimmen und fing ganz langsam wieder an zu laufen. Langsam, wirklich langsam. Anfangs konnte ich keine 500 Meter am Stück joggen. Durch die lange Zeit ohne Sport hatte ich auch einiges an Gewicht zugelegt und dies machte es nicht wirklich einfacher. Doch nach und nach ging es immer besser. Ich konnte schon nach kurzer Zeit Strecken von einer Stunde ohne Schmerzen laufen und ich fing wieder an zu träumen. Davon zu träumen, noch einmal ein Ironman-Rennen zu bestreiten, um mich von meinen Fans und Sponsoren ordentlich zu verabschieden. Ich glaube, nein ich weiß, dass man im Leben Dinge, die man einmal begonnen hat, auch zu Ende bringen muss - denn ansonsten wird man niemals frei sein für neue Herausforderungen.
Sechs Jahre habe ich nun gekämpft und alles gegeben, um noch einmal als Profi in Hawaii dabei zu sein. Letztes Jahr saß ich dann das erste Mal auf einem Ridley Rad. Was soll ich sagen: Es war Liebe auf den ersten Blick. Noch nie hat ein Rad auf Anhieb so gut gepasst. Meine Saison 2009 verlief dann anfangs auch sehr gut. Meine Trainingsergebnisse gerade auf dem Rad waren fantastisch, fast wie zu meinen besten Zeiten, als ich noch jung war. Mit meinem SRM konnte ich die Kraft, die ich in das Rad steckte, sehen und war über die Steifigkeit des Rahmens einfach begeistert. Einige Kurzstrecken-Triathlon-Rennen konnte ich gewinnen oder war zumindest vorne mit dabei. Beim Ironman in Frankfurt wollte ich mich das letze Mal dann an die Quali für Hawaii herantrauen. Eine Virus Grippe machte mir aber zwei Wochen vor dem Start einen Strich durch die Rechnung.
Im September gab es für mich noch eine Möglichkeit das Ticket für Hawaii zu erkämpfen. Ironman-Louisville-Kentucky. Ich war supernervös. In den letzten Wochen konnte ich nicht mehr ganz so trainieren wie gewünscht. Aber das stand jetzt nicht mehr zur Debatte. Wenn man an den Start geht, heißt es beißen und die bestmögliche Leistung abrufen, die an diesem Tage möglich ist. Das Wetter war fantastisch, etwas kühl und keine Wolke am Himmel. Fürs Schwimmen hatte ich mir vorgenommen, vorn mit aus dem Wasser zu kommen, was auch ganz gut geklappte. Als dritter kam ich aus dem 25Grad warmen und sehr verschmutzten Ohio River. Auf dem Rad hatte ich schon nach 10km eine leichte Verkrampfung in der Oberschenkel- Muskulatur. Ich dachte nur, ohhh Gott, dass fängt ja gut an. Aber ich hatte einfach vergessen, nach dem Schwimmen zu trinken. Da kann man mal sehen, dass man auch nach so vielen Rennen immer noch nervös ist und Fehler macht.
Dann ging das Radfahren aber richtig los. Die Strecke selbst hatte ich mir zuvor nicht angeschaut, hörte aber von Rolling Hills und das es nicht einfach wäre, sie zu fahren. Was soll ich sagen, ich habe noch niemals zuvor eine solch schwere Radstrecke in einem Ironman Rennen absolviert. Ständig ging es bergauf, bergab - nie kam ich in einen Rhythmus und doch war es eine unglaublich schöne und abwechslungsreiche Radstrecke. Nach dem Radfahren wechselte ich als Zweiter auf die Laufstrecke; ich wusste natürlich, dass es jetzt nur noch um Eines ging, ums Überleben. Auch wenn ich heute wieder laufen kann, an meine alten Leistungen kann ich aufgrund der Titanschrauben in meinem Fuß natürlich nicht mehr Dann ging das Radfahren aber richtig los. Die Strecke selbst hatte ich mir zuvor nicht angeschaut, hörte aber von Rolling Hills und das es nicht einfach wäre, sie zu fahren. Was soll ich sagen, ich habe noch niemals zuvor eine solch schwere Radstrecke in einem Ironman Rennen absolviert. Ständig ging es bergauf, bergab - nie kam ich in einen Rhythmus und doch war es eine unglaublich schöne und abwechslungsreiche Radstrecke. Nach dem Radfahren wechselte ich als Zweiter auf die Laufstrecke; ich wusste natürlich, dass es jetzt nur noch um Eines ging, ums Überleben. Auch wenn ich heute wieder laufen kann, an meine alten Leistungen kann ich aufgrund der Titanschrauben in meinem Fuß natürlich nicht mehr anknüpfen.
So ging es für mich nur um eines durchhalten und egal wie, einen Qualiplatz halten. Die ersten 20 Kilometer wurden dann zur Tortur, mein Magen rebellierte und so lernte ich an den ersten Verpflegungsstellen, neben den über 3000 Helfern, auch einige Dixi-Klos kennen. Ab Kilometer 20 ging es aber, es tat zwar weh, aber das gehört wohl dazu. Als ich die Ziellinie sah und wusste, dass ich die Quali für Hawaii in Tasche habe, war ich überglücklich.
In Hawaii ging es für dann nur noch um eines. Dabeisein und vor allem einen schönen Urlaub mit meiner Familie zu genießen. Auch wenn ich mit meiner Wettkampfleistung nicht zufrieden war, ich konnte das Rennen finishen. Das war die Zielsetzung und ich glaube, dass mich Ridley mit meinem perfekt angepassten Dean-Zeitfahrrad soweit unterstützt hat, dass ich nur eines sagen kann:
Danke für das perfekte Material und vor allem für ein Rad, das ein echter Hingucker ist.
Liebe Grüße
Euer Andreas Niedrig