Ridley bei der Tour: 31 Etappensiege und Träger aller Wertungstrikots

    Die Tour de France ist das größte Radrennen der Welt. Seit Beginn dieses Jahrtausends spielt Ridley eine bedeutende Rolle bei der Grande Boucle. Nicht weniger als 31 Etappensiege wurden auf einem Ridley errungen. Die Träger aller vier Wertungstrikots (Gelb, Grün, Bergtrikot und Weiß) saßen regelmäßig auf einem Schmuckstück aus unserer Fabrik. Unser Erbe auf der größten Bühne des Radsports ist natürlich etwas, worauf wir unglaublich stolz sind.

    Im Jahr 2005 wurde Ridley Fahrradpartner von Davitamon-Lotto. Die Zusammenarbeit brachte sofort zahlreiche Erfolge. Robbie McEwen gewann drei Etappen beim Giro und wiederholte dieses Kunststück anschließend auch bei der Tour. Es waren Ridleys erste Erfolge bei der Tour de France. Das Grüne Trikot blieb in jenem Jahr jedoch noch außer Reichweite. Es ging schließlich an Thor Hushovd, den kraftvollen norwegischen Sprinter, der später als General Manager von Uno-X ebenfalls eine besondere Verbindung zu Ridley aufbauen sollte.

    Aux Champs-Élysées

    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das Jahr 2006 wurde ein absolutes Spitzenjahr für Lotto und Ridley. Erneut gewann Robbie McEwen drei Etappen beim Giro und drei Etappen bei der Tour. Damit erhöhte er seine Bilanz auf sechs Etappensiege in Frankreich, doch dabei blieb es nicht. Dem australischen Sprintwunder gelang es außerdem, das Grüne Trikot zu erobern und bis nach Paris zu verteidigen. Auf den Champs-Élysées glänzte sein Stern unter dem Arc de Triomphe. Auf einem speziell in grünen Farbtönen gestalteten Ridley stahl er auf der berühmtesten Straße der Welt allen die Show. Gleichzeitig belegte Cadel Evans den vierten Platz in der Gesamtwertung der Tour de France. Langsam entstand der Traum, mit dem Team auch um einen Platz auf dem Gesamtpodium kämpfen zu können.

    Im Jahr 2007 gewann McEwen die erste Straßenetappe nach Canterbury. Zwei Wochen später gewann erstmals ein anderer Fahrer eine Tour-Etappe auf einem Ridley. Die Nationalität blieb jedoch dieselbe, denn Cadel Evans triumphierte im Einzelzeitfahren von Albi (nach der Streichung von Alexandr Vinokourov aus der Wertung). Am Ende fehlten dem Australier lediglich 23 Sekunden zum Gesamtsieg bei der Tour. Auch ein Jahr später belegte Cadel erneut den zweiten Gesamtrang und lag weniger als eine Minute hinter dem Sieger. Diesmal trennten ihn 58 Sekunden vom Toursieg. Mit dem Fokus auf das Gelbe Trikot gewann Ridley im Jahr 2008 zwar keine Etappe, doch Evans trug das Gelbe Trikot immerhin fünf Tage lang. In dieser Zeit wurde speziell für ihn das Helium entwickelt – ein Fahrrad, das nach einer ganz klaren Vorgabe entstand: „Baut mir ein Fahrrad, mit dem ich die Tour de France gewinnen kann. Aber tut mir einen großen Gefallen. Bringt es so nah wie möglich an die 6,8-Kilogramm-Grenze. Und wenn ihr euch entscheiden müsst: 100 Gramm mehr Gewicht oder weniger Steifigkeit? Dann entscheidet euch immer für die Steifigkeit.“

    Kultheld aus den Niederlanden

    Im Jahr 2009 wurde Ridley Fahrradpartner des Teams Katusha, wo Sprinter Robbie McEwen und sein Anfahrer Gert Steegmans wieder mit Ridley vereint wurden. Den neunten Tour-Etappensieg für Ridley holte Sergei Ivanov, der in Besançon im Trikot des russischen Meisters triumphierte. Ein Jahr später bescherte Joaquim Rodriguez Ridley den zehnten Etappensieg bei der Tour. Der als „Purito“ bekannte Spanier gewann mit seiner explosiven Fahrweise die Etappe nach Mende. Der spanische Kletterer blieb Ridley anschließend noch viele Jahre als Markenbotschafter erhalten. Zudem belegte er den sechsten Platz in der Gesamtwertung. Nach zwei erfolgreichen Saisons endete die Zusammenarbeit mit Katusha, und Ridley wurde Fahrradsponsor des niederländischen Teams Vacansoleil.

    Die Tour 2011 erzählt eine ganz besondere Geschichte für diese Zusammenarbeit aus den Niederlanden und Belgien. Einen Etappensieg gab es zwar nicht, doch die Bilder von Johnny Hoogerland gingen um die Welt. Während der neunten Etappe nach Saint-Flour wurde er von einem Begleitfahrzeug erfasst, als er sich in der entscheidenden Ausreißergruppe befand. Der Niederländer wurde in den Stacheldraht geschleudert und musste schwer verletzt weiterfahren. Er erreichte das Ziel, wo er dennoch als Träger des Bergtrikots geehrt wurde, obwohl ihm eher zum Weinen als zum Lachen zumute war. Ridley stellte ihm ein wunderschönes Bergtrikot-Fahrrad zur Verfügung, auf dem er fünf Tage lang durch Frankreich fahren durfte. Das machte ihn zu einem echten Kulthelden.

    Das erste Gelbe Trikot

    Im Jahr 2012 kehrte Ridley als Fahrradsponsor des Lotto-Teams zurück, und die belgische Partnerschaft schrieb erneut zahlreiche Erfolgsgeschichten. Vor allem der kraftvolle Deutsche André Greipel machte seinem Spitznamen „Der Gorilla“ alle Ehre und reihte Sieg an Sieg. Er gewann drei Etappen der Tour 2012, jeweils eine Etappe bei den Ausgaben 2013 und 2014 sowie nicht weniger als vier Etappen bei der Tour 2015. Diese beeindruckende Serie brachte ihm in jener Saison außerdem sieben Tage im Grünen Trikot ein. Im Jahr 2016 gewann Greipel auf den Champs-Élysées seine zehnte Tour-Etappe auf einem Ridley (insgesamt seine elfte) und wurde damit zum erfolgreichsten Fahrer auf unseren Fahrrädern bei der Tour de France. Als wäre der Sieg in Paris noch nicht genug gewesen, feierte Thomas De Gendt in derselben Saison einen ebenso denkwürdigen Erfolg, indem er am Chalet Reynard auf dem Mont Ventoux triumphierte.

    Diese „André-Greipel-Ära“ brachte jedoch noch einen weiteren herausragenden Ridley-Fahrer hervor. Bei der Tour 2014 gewann Tony Gallopin nämlich die 11. Etappe nach Oyonnax. Drei Tage zuvor hatte er nach einer Etappe durch die Vogesen einen der größten Momente seiner Karriere erlebt. Dank einer langen Attacke eroberte er das begehrte Gelbe Trikot. Unser CEO Jochim Aerts verfolgte das gesamte Geschehen von Belgien aus. Da in der Fabrik gerade Betriebsferien herrschten, ging er selbst in die Lackiererei und sorgte für ein gelbes Fahrrad. Dieses wurde im Eiltempo nach Mulhouse gebracht, sodass Gallopin am Quatorze Juillet 2014 einen Tag lang auf einem gelben Ridley durch sein Heimatland fahren konnte. Es war das erste Gelbe Trikot für Ridley – danach sollte es zwölf Jahre dauern, bis sich die Geschichte wiederholte.

    Ein Limburger im Bergtrikot

    Ridleys Zahl an Tour-Etappensiegen steht bei 22, als mit Caleb Ewan ein neuer australischer Top-Sprinter auf Ridley wechselt. Bei der Tour de France 2019 startet der kleine Sprinter erstmals bei der Frankreich-Rundfahrt und zahlt das Vertrauen mit drei Etappensiegen zurück. Ein Jahr später fügt er seiner Bilanz zwei weitere Etappensiege hinzu. Es sind goldene Zeiten für Ridley bei der Tour, denn auch Thomas De Gendt schlägt 2019 erneut zu – nach einer monumentalen Attacke nach Saint-Étienne, bei der er sich allen Erwartungen zum Trotz behauptet. Auch für Tim Wellens wird es eine besondere Tour, denn der Limburger trägt das Bergtrikot nicht weniger als fünfzehn Etappen lang, bevor er es schließlich an Romain Bardet verliert.

    Die Wikinger übernehmen

    Das jüngste Kapitel von Ridleys Tour-Geschichte wird von den Wikingern von Uno-X geschrieben. Das Team des ehemaligen Rivalen Thor Hushovd sorgt in Frankreich für jede Menge Offensivgeist und wechselt ab 2025 auf die belgischen Fahrräder. Die einzigartige Verbindung zahlt sich sofort aus, denn Jonas Abrahamsen gewinnt 2025 eine besonders hart umkämpfte Etappe nach Toulouse. Nur einen Monat zuvor hatte sich der Norweger noch das Schlüsselbein gebrochen, doch dank harter Arbeit schaffte er es dennoch zur Tour und wurde nach Jahren offensiver Fahrweise endlich dafür belohnt. Mit Tobias Halland Johannessen beendete zudem ein weiterer Fahrer die Rundfahrt auf dem sechsten Platz der Gesamtwertung.

    Das Jahr 2026 hätte kaum besser verlaufen können – und doch wurde es noch besser. Torstein Træen eroberte in der ersten Woche das Gelbe Trikot und durfte es zwei Tage lang tragen. Die Geschichte aus dem Jahr 2014 wiederholte sich: CEO Jochim Aerts zog für diesen besonderen Anlass erneut seinen Arbeitsanzug an und verlieh dem Noah Fast des Trägers des Gelben Trikots eine gelbe Lackierung. Das Fahrrad wurde anschließend über Vive le Vélo für einen guten Zweck versteigert. Doch das Beste sollte erst noch kommen: Søren Wærenskjold – der 2025 bereits kurzzeitig Träger des Weißen Trikots gewesen war – zeigte im Massensprint von Nevers ein perfektes Rennen. Auf seinem Noah Fast errang er Ridleys dreißigsten Etappensieg bei der Tour de France. Ein Meilenstein, auf den wir besonders stolz sind.

    Der Sommer 2026 wurde dank der Tour de France Femmes noch unvergesslicher. Auf der 3. Etappe von Genf nach Poligny zeigte Sigrid Ytterhus Haugset einen atemberaubenden Angriff. Sie gewann nach einer 88 Kilometer langen Solofahrt und übernahm zudem das Gelbe Trikot. Damit steht unser Zähler heute bei 31.

    Fotos: Photo News