Wie der Kanzo Fast 2.0 entstanden ist: Hinter den Kulissen eines neuen Gravel Racers
Als Ridley 2020 den ersten Kanzo Fast auf den Markt brachte, sah die Gravel-Welt noch ganz anders aus. Gravel stand größtenteils für Abenteuer, lange Distanzen und Komfort. Doch Ridley erkannte bereits damals die Möglichkeiten eines anderen Ansatzes. Wenn Gravel-Rennen schneller werden würden, würde auch die Aerodynamik eine wichtigere Rolle spielen. Der erste Kanzo Fast wurde mit genau diesem Gedanken entwickelt. Sechs Jahre später ist klar, dass sich der Sport tatsächlich in diese Richtung entwickelt hat. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten sind höher, die Rennen sind umkämpfter geworden und auch die Strecken haben sich verändert. Gleichzeitig verwenden Gravel-Racer zunehmend größere Reifen. Diese Entwicklung bildete den Ausgangspunkt für den Kanzo Fast 2.0.
Eine neue Gravel-Generation
Diese Tests führten zu einer wichtigen Erkenntnis. Auf rauem Untergrund können breite Reifen Vorteile bei Rollwiderstand, Traktion und Komfort bieten. Diese Vorteile können größer sein als der aerodynamische Nachteil eines breiteren Reifens. Damit entstand ein interessanter Ausgangspunkt für den neuen Kanzo Fast. Warum sollte ein Gravel-Rennrad rund um eine bestimmte Reifengröße entwickelt werden, wenn eine Strecke so viele unterschiedliche Anforderungen stellen kann?
Die Ingenieure entschieden sich daher für deutlich mehr Reifenfreiheit. Der Kanzo Fast 2.0 bietet Platz für Reifen bis zu 58 mm, vergleichbar mit einem 29 × 2,3-Zoll-MTB-Reifen. Wer auf rauem Untergrund fährt, kann diesen Platz für einen Reifen mit großem Volumen nutzen. Wer mit schmaleren Reifen fährt, behält hingegen mehr Platz für Schlamm.
Das Know-how des Noah Fast
Die Herausforderung wurde durch die Entscheidung für breite Reifen noch größer. Ein breiter Gravel-Reifen erzeugt mehr Luftwiderstand. Deshalb wurde der Kanzo Fast 2.0 nicht nur mit Blick auf den Rahmen entwickelt, sondern auf die Art und Weise, wie sich das komplette Fahrrad durch die Luft bewegt. Das aerodynamische Know-how des Noah Fast wurde in eine Gravel-Plattform mit einem überdimensionierten Aero-Unterrohr, einem verlängerten Steuerrohr und überarbeiteten Rahmenprofilen übertragen.
Dies führte auch zu einer deutlichen Veränderung des Rahmendesigns im Vergleich zum ersten Kanzo Fast. Die aerodynamischen Elemente sind stärker ausgeprägt und der Rahmen wurde rund um die Kombination aus großem Reifenvolumen und effizienter Luftströmung entwickelt. Das klingt auf dem Papier einfach, doch beide Ziele stehen sich an verschiedenen Stellen gegenseitig im Weg. Die Ingenieure mussten daher ständig Platz für den Reifen schaffen und gleichzeitig darauf achten, dass die Luft möglichst effizient um den Rahmen und die Trinkflaschen strömt.
Kanzo Fast 2.0
Gravel Racing RedefinedDas Kanzo Fast 2.0 ist Ridleys kompromissloses Aero-Gravel-Racebike, entwickelt für eine neue Generation des Gravel-Rennsports. Mit fortschrittlicher Aerodynamik, Reifenfreiheit bis 58 mm und einer progressiven Race-Geometrie verbindet es Geschwindigkeit mit Kontrolle und Vielseitigkeit. Auf schnellen Gravelstrecken profitiert das Bike von seiner aerodynamischen Effizienz, während breitere Reifen auf rauem Untergrund für zusätzliche Traktion, Komfort und Geschwindigkeit sorgen. Die progressive Geometrie bietet Stabilität, wenn die Geschwindigkeit steigt, ohne den direkten und agilen Charakter eines echten Racebikes zu verlieren. Das Kanzo Fast 2.0 wurde für den Rennsport entwickelt, aber nicht ausschließlich für Profis. Auch wer einfach gerne schnell fährt, bekommt ein Bike, das sich an unterschiedliche Strecken und Bedingungen anpassen lässt. Ein kompromissloses Gravel-Racebike, bei dem Geschwindigkeit immer im Mittelpunkt steht.
Mehr erfahrenEine Geometrie, die sich an die Reifen anpasst
Auch das Heck des Fahrrads erhielt viel Aufmerksamkeit. Der Kanzo Fast 2.0 wurde rund um elektronische 1x-Antriebe entwickelt. Diese Entscheidung gab den Ingenieuren die nötige Freiheit, den Platz rund um Reifen und Kettenblatt optimal zu nutzen und gleichzeitig die Kettenstreben so kurz wie möglich zu halten. Genau an solchen Stellen findet ein großer Teil der Entwicklungsarbeit statt: nicht in einer einzigen spektakulären Innovation, sondern bei der Suche nach der richtigen Lösung, wenn verschiedene technische Anforderungen zusammenkommen.
Der Windkanal lügt nicht
Tests mit echten Reifen auf echtem Gravel
Auch der Vergleich mit dem vorherigen Kanzo Fast wurde in das Testprogramm aufgenommen. Mit denselben Laufrädern und 38-mm-Vittoria-Terreno-Dry-Reifen war das neue Fahrrad in einem Test, bei dem nur das Fahrrad betrachtet wurde, 2 Watt schneller. Mit Fahrer und Fahrrad stieg der Unterschied auf 13 Watt. Die ersten Rennkilometer kamen relativ früh im Entwicklungsprozess hinzu. Pieter Potters, Head of Product bei Belgian Cycling Factory, setzte das Fahrrad bei The Traka 2026 ein. Damit kam ein Projekt, das lange Zeit innerhalb der Entwicklungsabteilung aufgebaut worden war, erstmals unter realen Bedingungen zwischen andere Gravel-Racer.
Kleine Details
Das Fahrrad wird mit zwei gepolsterten Aufbewahrungstaschen geliefert, sodass der Fahrer selbst entscheiden kann, wie viel Ausrüstung er mitnehmen möchte. Auch auf der Oberseite des Oberrohrs wurden integrierte Befestigungspunkte für eine Tasche vorgesehen. Für den Einsatz im Winter wurde gemeinsam mit dem belgischen Unternehmen Curana ein spezielles Schutzblechsystem entwickelt. Mit diesen Schutzblechen bleibt Platz für Reifen bis zu 47 mm. Für den Antrieb wurde bewusst auf elektronische 1x-Systeme gesetzt. Dadurch konnte der Rahmen rund um den verfügbaren Platz für Reifen und Kettenblatt entwickelt werden. Kettenblätter mit bis zu 56 Zähnen passen auf das Fahrrad.
The Kanzo Fast 2.0 is the culmination of our gravel expertise. With the Kanzo Adventure and ASTR platforms, we have already paved the way for wider tyres and established a strong baseline for a highly capable gravel geometry. This deep understanding of gravel riding and racing is complemented by our class-leading aerodynamics, validated in WorldTour road racing. The result is what we consider the pinnacle of gravel race bikes.
Pieter Potters CTO Belgian Cycling Factory
Letztendlich kommen viele dieser Entscheidungen in einem einzigen Fahrrad zusammen. Die großzügige Reifenfreiheit, das aerodynamische Design, die neue Geometrie, das kurze Heck, der integrierte Stauraum und die verschiedenen praktischen Lösungen lassen sich alle auf dieselbe Entwicklungsfrage zurückführen, mit der das Projekt begann: Wie entwickelt man ein Gravel-Rennrad, das zur Art und Weise passt, wie Gravel heute gefahren und als Rennsport betrieben wird?
Zusammengefasst ist der Kanzo Fast 2.0 das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, bei dem verschiedene Bereiche des Know-hows zusammenkamen. Die Gravel-Erfahrung aus Kanzo Adventure und ASTR, die aerodynamische Entwicklung des Noah Fast, Tausende Testkilometer, Windkanaltests und das Feedback aus der Praxis flossen in eine neue Plattform ein.
Und vielleicht ist das letztlich das Interessanteste an diesem Fahrrad: Der Entwicklungsprozess spiegelt sich in nahezu jedem Teil des Rahmens wider.