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Wie der Kanzo Fast 2.0 entstanden ist: Hinter den Kulissen eines neuen Gravel Racers

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Der neue Kanzo Fast 2.0 ist ein voller Erfolg, doch Zufall steckt nicht dahinter. Dieses preisgekrönte Fahrrad ist das Ergebnis jahrelanger Erfahrung mit Gravel, Aerodynamik und Rennsportentwicklung. In diesem Blog gehen wir zurück an den Anfang des Projekts und verfolgen, wie Ridleys Ingenieure eine völlig neue Gravel-Plattform entwickelt haben.

Als Ridley 2020 den ersten Kanzo Fast auf den Markt brachte, sah die Gravel-Welt noch ganz anders aus. Gravel stand größtenteils für Abenteuer, lange Distanzen und Komfort. Doch Ridley erkannte bereits damals die Möglichkeiten eines anderen Ansatzes. Wenn Gravel-Rennen schneller werden würden, würde auch die Aerodynamik eine wichtigere Rolle spielen. Der erste Kanzo Fast wurde mit genau diesem Gedanken entwickelt. Sechs Jahre später ist klar, dass sich der Sport tatsächlich in diese Richtung entwickelt hat. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten sind höher, die Rennen sind umkämpfter geworden und auch die Strecken haben sich verändert. Gleichzeitig verwenden Gravel-Racer zunehmend größere Reifen. Diese Entwicklung bildete den Ausgangspunkt für den Kanzo Fast 2.0.

Eine neue Gravel-Generation

Im Entwicklungsteam stellte sich die Frage, wie ein Gravel-Rennrad aussehen müsste, das all diese Veränderungen berücksichtigt. Die Ingenieure konnten dabei auf umfangreiche Erfahrungen zurückgreifen. Der Kanzo Adventure hat Ridley viel über breite Reifen und die Anforderungen gelehrt, die Gravel an ein Fahrrad stellt. Mit der ASTR-Familie wurde dieses Wissen anschließend in eine sportlichere und leichtere Gravel-Plattform übertragen. Der ASTR RS wurde zudem genutzt, um mit sehr breiten MTB-Reifen für Gravel zu experimentieren. Seit Februar 2025 fuhr das Entwicklungsteam bei Gravel-Ausfahrten und -Rennen mit solchen Reifen und setzte sie auch danach weiter ein.

Diese Tests führten zu einer wichtigen Erkenntnis. Auf rauem Untergrund können breite Reifen Vorteile bei Rollwiderstand, Traktion und Komfort bieten. Diese Vorteile können größer sein als der aerodynamische Nachteil eines breiteren Reifens. Damit entstand ein interessanter Ausgangspunkt für den neuen Kanzo Fast. Warum sollte ein Gravel-Rennrad rund um eine bestimmte Reifengröße entwickelt werden, wenn eine Strecke so viele unterschiedliche Anforderungen stellen kann?

Die Ingenieure entschieden sich daher für deutlich mehr Reifenfreiheit. Der Kanzo Fast 2.0 bietet Platz für Reifen bis zu 58 mm, vergleichbar mit einem 29 × 2,3-Zoll-MTB-Reifen. Wer auf rauem Untergrund fährt, kann diesen Platz für einen Reifen mit großem Volumen nutzen. Wer mit schmaleren Reifen fährt, behält hingegen mehr Platz für Schlamm.

Das Know-how des Noah Fast

Der zweite wichtige Baustein kam aus einem anderen Bereich von Ridleys Entwicklungsteam: der Aerodynamik des Noah Fast. Die neueste Generation des Noah Fast wurde für die Anforderungen des WorldTour-Radsports entwickelt. Laut den Ingenieuren musste dieses Wissen jedoch nicht auf den Asphalt beschränkt bleiben. Schließlich verbringt auch ein Gravel-Rennrad einen großen Teil seiner Zeit bei hohen Geschwindigkeiten.

Die Herausforderung wurde durch die Entscheidung für breite Reifen noch größer. Ein breiter Gravel-Reifen erzeugt mehr Luftwiderstand. Deshalb wurde der Kanzo Fast 2.0 nicht nur mit Blick auf den Rahmen entwickelt, sondern auf die Art und Weise, wie sich das komplette Fahrrad durch die Luft bewegt. Das aerodynamische Know-how des Noah Fast wurde in eine Gravel-Plattform mit einem überdimensionierten Aero-Unterrohr, einem verlängerten Steuerrohr und überarbeiteten Rahmenprofilen übertragen.

Dies führte auch zu einer deutlichen Veränderung des Rahmendesigns im Vergleich zum ersten Kanzo Fast. Die aerodynamischen Elemente sind stärker ausgeprägt und der Rahmen wurde rund um die Kombination aus großem Reifenvolumen und effizienter Luftströmung entwickelt. Das klingt auf dem Papier einfach, doch beide Ziele stehen sich an verschiedenen Stellen gegenseitig im Weg. Die Ingenieure mussten daher ständig Platz für den Reifen schaffen und gleichzeitig darauf achten, dass die Luft möglichst effizient um den Rahmen und die Trinkflaschen strömt.

Kanzo Fast 2.0

Gravel Racing Redefined

Das Kanzo Fast 2.0 ist Ridleys kompromissloses Aero-Gravel-Racebike, entwickelt für eine neue Generation des Gravel-Rennsports. Mit fortschrittlicher Aerodynamik, Reifenfreiheit bis 58 mm und einer progressiven Race-Geometrie verbindet es Geschwindigkeit mit Kontrolle und Vielseitigkeit. Auf schnellen Gravelstrecken profitiert das Bike von seiner aerodynamischen Effizienz, während breitere Reifen auf rauem Untergrund für zusätzliche Traktion, Komfort und Geschwindigkeit sorgen. Die progressive Geometrie bietet Stabilität, wenn die Geschwindigkeit steigt, ohne den direkten und agilen Charakter eines echten Racebikes zu verlieren. Das Kanzo Fast 2.0 wurde für den Rennsport entwickelt, aber nicht ausschließlich für Profis. Auch wer einfach gerne schnell fährt, bekommt ein Bike, das sich an unterschiedliche Strecken und Bedingungen anpassen lässt. Ein kompromissloses Gravel-Racebike, bei dem Geschwindigkeit immer im Mittelpunkt steht.

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Eine Geometrie, die sich an die Reifen anpasst

Ein Fahrrad mit 58-mm-Reifen verhält sich anders als eines mit 40- oder 42-mm-Reifen. Ein größerer Reifen vergrößert den Raddurchmesser und verändert dadurch auch die Position des Fahrrads im Verhältnis zum Untergrund. Deshalb wurde die Geometrie des Kanzo Fast 2.0 vollständig neu betrachtet. Die Entwicklung baute auf der rennorientierten Geometrie der ASTR-Familie auf. Das Tretlager wurde abgesenkt, um den größeren Raddurchmesser auszugleichen. Auch der Gabelvorlauf wurde an den größeren Laufradradius angepasst. Das Ziel war, ein präzises und agiles Handling beizubehalten. Der Sitzwinkel wurde steiler gewählt. Dadurch sitzt der Fahrer etwas weiter vorne und kann während langer Belastungen leichter eine effiziente Position beibehalten.

Auch das Heck des Fahrrads erhielt viel Aufmerksamkeit. Der Kanzo Fast 2.0 wurde rund um elektronische 1x-Antriebe entwickelt. Diese Entscheidung gab den Ingenieuren die nötige Freiheit, den Platz rund um Reifen und Kettenblatt optimal zu nutzen und gleichzeitig die Kettenstreben so kurz wie möglich zu halten. Genau an solchen Stellen findet ein großer Teil der Entwicklungsarbeit statt: nicht in einer einzigen spektakulären Innovation, sondern bei der Suche nach der richtigen Lösung, wenn verschiedene technische Anforderungen zusammenkommen.
Der Windkanal lügt nicht

Der Windkanal lügt nicht

Aero Engineer Daan Teugels ist maßgeblich an der aerodynamischen Entwicklung des Kanzo Fast 2.0 beteiligt. Bei der Entwicklung der neuen Gravel-Plattform baute Ridley bewusst auf das Wissen auf, das in den vergangenen Jahren mit dem Noah Fast gesammelt wurde. „Deshalb wurden die gleichen aerodynamischen Rohrformen an verschiedenen Stellen des Rahmens eingesetzt. Das tiefe Steuerrohr basiert direkt auf dem Noah Fast, während die Form des Unterrohrs so entwickelt wurde, dass die Luft möglichst effizient um die Trinkflaschen geleitet wird. Auch das hintere Rahmendreieck behält die aerodynamische Formgebung bei, die zuvor für den Noah Fast entwickelt wurde. Diese Lösung hatte sich dort bereits bewährt. Auch die Gabel spielt eine wichtige Rolle für die Aerodynamik des Fahrrads. Hier wurden verschiedene Entwicklungen miteinander kombiniert. Die Gabel vereint Erkenntnisse aus dem FALCN RS und dem Noah Fast: Der Diffusor des FALCN RS wurde mit der Luftführung kombiniert, die für den Noah Fast 2.0 entwickelt wurde. So entstand eine Kombination, die speziell auf breitere Reifen und die Eigenschaften eines Gravel-Rennrads abgestimmt ist.“ Während des Entwicklungsprozesses stellte Daan außerdem fest, dass der erste Kanzo Fast die Erwartungen deutlich übertroffen hatte. Auch heute ist er noch ein außergewöhnlich schnelles Fahrrad. „Der Kanzo Fast 2.0 bietet darüber hinaus einen wichtigen Vorteil: die Möglichkeit, deutlich breitere Reifen zu fahren. Damit ist die neue Generation laut Entwicklungsteam die logische Wahl, wenn Geschwindigkeit mit der Vielseitigkeit kombiniert werden soll, die Gravel erfordert.“ Um die aerodynamischen Entscheidungen nicht nur auf dem Papier zu beurteilen, nutzt Ridley während der Produktentwicklung den Windkanal des Aero Performance Lab (APL). Dort werden verschiedene Rahmen- und Fahrradkonfigurationen unter kontrollierten Bedingungen getestet. Für Daan ist dies ein wesentlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses: „The wind tunnel doesn’t lie.“ Mit anderen Worten: Ideen und Entwürfe können am Computer vielversprechend aussehen, doch letztendlich muss der Luftstrom im Windkanal zeigen, welche Lösung tatsächlich funktioniert.

Tests mit echten Reifen auf echtem Gravel

Während der Entwicklung wurde der Kanzo Fast 2.0 auf unterschiedliche Weise getestet. Die Tests im Aero Performance Lab waren ein wichtiger Teil des Prozesses, doch auch Tests unter realen Bedingungen spielten eine große Rolle. Die aerodynamische Leistung verschiedener Reifen- und Laufradkombinationen wurde untersucht. Dabei wurde beispielsweise festgestellt, dass ein 38-mm-Reifen im Windkanal 6 Watt weniger aerodynamischen Widerstand erzeugte als ein 55-mm-Reifen, wenn beide auf denselben Skiron-Laufrädern getestet wurden. Auf rauem Gravel kann der geringere Rollwiderstand eines breiteren Reifens diesen Unterschied jedoch mehr als ausgleichen. Das ist ein wichtiger Grund dafür, dass der Kanzo Fast 2.0 nicht rund um eine einzige Reifengröße entwickelt wurde. Die schnellste Wahl hängt von der Strecke ab.

Auch der Vergleich mit dem vorherigen Kanzo Fast wurde in das Testprogramm aufgenommen. Mit denselben Laufrädern und 38-mm-Vittoria-Terreno-Dry-Reifen war das neue Fahrrad in einem Test, bei dem nur das Fahrrad betrachtet wurde, 2 Watt schneller. Mit Fahrer und Fahrrad stieg der Unterschied auf 13 Watt. Die ersten Rennkilometer kamen relativ früh im Entwicklungsprozess hinzu. Pieter Potters, Head of Product bei Belgian Cycling Factory, setzte das Fahrrad bei The Traka 2026 ein. Damit kam ein Projekt, das lange Zeit innerhalb der Entwicklungsabteilung aufgebaut worden war, erstmals unter realen Bedingungen zwischen andere Gravel-Racer.

Kleine Details

Während der Entwicklung wurde nicht nur auf die großen Zusammenhänge von Rahmen, Reifen und Geometrie geschaut. Auch praktische Aspekte fanden ihren Platz im Design. Der Kanzo Fast 2.0 verfügt daher über einen integrierten Stauraum im Rahmen. Die Öffnung befindet sich an der Unterseite des Unterrohrs, unterhalb des Flaschenhalters. Diese Position wurde bewusst gewählt. Da der Flaschenhalter nicht direkt auf der Stauraumklappe montiert ist, wird die Klappe weniger belastet. Ein mögliches Problem mit dem Stauraum-Mechanismus hat dadurch auch keinen Einfluss auf die Möglichkeit, eine Trinkflasche mitzunehmen. Außerdem befindet sich das zusätzliche Gewicht der verstauten Gegenstände so nah wie möglich am Tretlager.

Das Fahrrad wird mit zwei gepolsterten Aufbewahrungstaschen geliefert, sodass der Fahrer selbst entscheiden kann, wie viel Ausrüstung er mitnehmen möchte. Auch auf der Oberseite des Oberrohrs wurden integrierte Befestigungspunkte für eine Tasche vorgesehen. Für den Einsatz im Winter wurde gemeinsam mit dem belgischen Unternehmen Curana ein spezielles Schutzblechsystem entwickelt. Mit diesen Schutzblechen bleibt Platz für Reifen bis zu 47 mm. Für den Antrieb wurde bewusst auf elektronische 1x-Systeme gesetzt. Dadurch konnte der Rahmen rund um den verfügbaren Platz für Reifen und Kettenblatt entwickelt werden. Kettenblätter mit bis zu 56 Zähnen passen auf das Fahrrad.

The Kanzo Fast 2.0 is the culmination of our gravel expertise. With the Kanzo Adventure and ASTR platforms, we have already paved the way for wider tyres and established a strong baseline for a highly capable gravel geometry. This deep understanding of gravel riding and racing is complemented by our class-leading aerodynamics, validated in WorldTour road racing. The result is what we consider the pinnacle of gravel race bikes.

CTO Belgian Cycling Factory
Auch die Forza Skiron RS-Laufräder sind Teil dieser Geschichte. Während der Entwicklung des Kanzo Fast 2.0 entstand der Bedarf nach einem Laufradsatz, der zum Charakter des Fahrrads passt. Die Skiron RS verfügt daher über eine 50 mm tiefe, hookless Carbonfelge mit einer Innenbreite von 27 mm, VONOA-Carbon-Speichen und CeramicSpeed-Lagern. Der komplette Laufradsatz wiegt 1.350 Gramm.

Letztendlich kommen viele dieser Entscheidungen in einem einzigen Fahrrad zusammen. Die großzügige Reifenfreiheit, das aerodynamische Design, die neue Geometrie, das kurze Heck, der integrierte Stauraum und die verschiedenen praktischen Lösungen lassen sich alle auf dieselbe Entwicklungsfrage zurückführen, mit der das Projekt begann: Wie entwickelt man ein Gravel-Rennrad, das zur Art und Weise passt, wie Gravel heute gefahren und als Rennsport betrieben wird?

Zusammengefasst ist der Kanzo Fast 2.0 das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, bei dem verschiedene Bereiche des Know-hows zusammenkamen. Die Gravel-Erfahrung aus Kanzo Adventure und ASTR, die aerodynamische Entwicklung des Noah Fast, Tausende Testkilometer, Windkanaltests und das Feedback aus der Praxis flossen in eine neue Plattform ein.

Und vielleicht ist das letztlich das Interessanteste an diesem Fahrrad: Der Entwicklungsprozess spiegelt sich in nahezu jedem Teil des Rahmens wider.